Kritik beim Neuen Deutschland unerwünscht

Zwar überschlagen sich gerade wieder die Ereignisse [Link] [Link] [Link], trotzdem möchte ich noch auf zwei Artikel aus den Dezember-Ausgaben vom Neuen Deutschland (ND) hinweisen.

Zum einen veröffentlichte das ND am 16.12.2009 den Artikel “Hamburger Unzumutbarkeiten” von Susann Witt-Stahl [Link]. An dieser Stelle möchte ich dazu meinen Leserbrief vom 18.12.2009 dokumentieren. Ich habe bis heute, trotz schriftlicher Nachfrage, noch keine Antwort von der ND-Redaktion bekommen ob dieser abgedruckt wurde.

“Sehr geehrte Damen und Herren,
am 16.12. veröffentlichten Sie im ND einen Artikel der Journalistin Susann Witt-Stahl über die aktuellen Auseinandersetzungen in Hamburg. Frau Witt-Stahl ist selbst Mitglied der Gruppe “Tierrechts Aktion Nord” (TAN), welche am 25. Oktober, zusammen mit der Hamburger Gruppe “B 5”, die Aufführung des Claude Lanzmann Films “Warum Israel”, mit Aussagen wie “Judenschweine” verhinderte. Dazu findet sich im Artikel kein Wort. Ganz im Gegenteil, Frau Witt-Stahl versucht die berechtigten Proteste gegen diesen antisemitischen Vorfall zu relativieren, indem sie Protagonisten der Gruppe “B 5” mit Aussagen wie “Antisemitisch und links zu sein, ist für uns ein Widerspruch” ohne jegliches Hinterfragen zitiert. Alleine die Tatsache, dass 1976 ein deutsch-palästinensisches Terrorkommando der RAF im ugandischen Entebbe die Insassen eines gekidnappten Flugzeugs in Juden und Nichtjuden selektierte, wiederlegt diese Aussage beispielhaft.
Journalistische Grundsätze scheinen bei Ihnen immer weniger Wert zu besitzen – mit diesem Artikel haben sie jedenfalls den Bock zum Gärtner gemacht.

Mit freundlichen Grüßen
Benjamin Krüger
Sprecher des BAK Shalom”

Zum anderen möchte ich an dieser Stelle den Leserbrief vom stellv. Bundessprecher des BAK Shalom, Stefan Kunath, dokumentieren. Dieser bezieht sich auf den Artikel “Das Recht auf seiner Seite” vom 18.12.2009, Autor war Knut Mellenthin [Link].

“Die nicht übersehbaren Wahlfälschungen und die Massendemonstrationen Seitens der Opposition lassen Mellenthin zum Schluss kommen, Iran sei „kein Bündnispartner der westlichen Linken“, um im gleichen Artikel „volle Solidarität“ mit dem Atomprogramm zu fordern. Ganz abgesehen davon, dass Atomtechnologie sowieso nichts mit linker Solidarität zu tun hat, verschweigt Mellenthin bewusst die kriegerischen Rhetorik gegen Israel seitens Iran und will nicht wissen, dass z.B. der Uranabbau im Süden des Landes vom Verteidigungsministerium gesteuert, während weiterhin an Langstreckenraketen geforscht wird. Dabei wird ein ziviles Raumfahrtprogramm mit Sicherheit nicht verfolgt.


Stefan Kunath, Berlin (stellvertretender Bundessprecher BAK Shalom)”

Das ND hat sich in beiden Fällen wieder einmal zum willigen Diener und Vollstrecker veralteter und einseitiger Denkmuster gemacht, welche keine emanzipatorischen und progressiven linke Elemente enthalten. Dann  noch nicht einmal die Courage zu besitzen andere Meinungen abzudrucken lässt tief blicken.

2 Replies to “Kritik beim Neuen Deutschland unerwünscht”

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