Stephan Kramer hat Recht

Mein Leserbrief vom 21. Mai 2010 an das ND zum Kommentar von Wolfgang Hübner am 17.05.2010 [Link]. Dieser wurde vom ND bisher nicht veröffentlicht.

“Die Kritik am bedienen antisemitischer Stereotypen durch linke Tageszeitungen wie das ND, Tageszeitung (TAZ) oder junge Welt vom Generalsekretär des Zentralrat der Juden, Stephan Kramer, ist berechtigt. [Link]
Niemand behauptet, auch nicht Kramer, dass eine berechtigte Kritik an Akteuren und Entscheidungen, welche in Israel getroffen werden, verboten ist. Ein Blick in die Medienlandschaft zeigt, das dies zudem nicht der Fall ist.

Kramers Kritik ist aus zwei Gründen berechtigt:

1. Am 16.12.2009 hat das ND einen Artikel der Journalistin Susann Witt-Stahl über die damaligen Auseinandersetzungen zur verhinderten Aufführung des Films „Warum Israel“ von Claude Lanzmann in Hamburg veröffentlicht. Die Gruppe „Tierrechts-Aktion-Nord (TAN)“ war an der Verhinderung des Films mit Aussagen wie „Judenschweine“ beteiligt. Die Autorin selbst ist Mitglied dieser Gruppierung. Es war daher wenig verwunderlich, dass der Artikel in einer extrem einseitigen Positionierung den wahren Ablauf in Hamburg verschleierte. Zudem wurden Aussagen wie „Antisemitisch und links zu sein, ist für uns ein Widerspruch“ der Gruppe B 5, welche ebenso an der Verhinderung des Films beteiligt war, ohne jedes Hinterfragen zitiert. [weitere Informationen dazu]

2. Besonders aber die dogmatische Solidartität mit den sogenannten “Schwächeren” des Nahen Ostens führt linke Medien in die Sackgasse.
Bei der Bedrohung Israels durch viele seiner Nachbarn, wie z.B. Syrien, Iran, aber auch radikale Gruppen über Schmugglertunnel aus Ägypten in den Gaza-Streifen, kann ganz und gar nicht von einem Land mit wenigen Millionen Einwohnern wie Israel als dem “Stärkeren” ausgegangen werden. Ein typischer Trugschluss der deutschen Linken kommt hier zutage.

Das ND sollte sich dieser Kritik daher stellen anstatt mit Ausflüchten darauf zu reagieren.”

Mehr zu diesem Thema:

  • Gastkommentar von Benjamin Weinthal auf Welt.de am 16. Mai 2010 [Link]
  • Interview mit Mosche Zimmermann auf Deutschlandfunk.de am 27. Mai 2010 [Link]

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