Chavez-Hysterie erreicht peinlichen Höhepunkt

Dieser Mann - ein Diktator?

Als ich in der letzten Woche die Mai-Ausgabe der “Klar” (dem Pendant der Linksfraktion im Bundestag zur “Bild”) in den Händen hielt, traute ich meinen Augen nicht. Zwar bin ich schon einiges an “LINKE.Bild”-Artikeln in der “Klar” gewöhnt, aber der kurze Bericht über den Besuch von Genossin Cornelia Hirsch (MdB) und anderen in “Chavez-Land” war wirklich zuviel:

Artikel über die Reise nach Venezuela | Klar | Ausgabe Mai 2008 *pdf

Dem nicht genug hat sich auch der Studierendenverband der LINKE genötigt gefühlt, in einer Sonderausgabe über “den großen Staatsmann” Chavez und seine knorke Politik zu berichten.

Aktuelle Ausgabe der Zeitung “dielinke.capmus” der LINK.SDS | Ausgabe Nr. 04 | 2008 | Seite 12

Ich kann mich noch gut an die Diskussion erinnern, welche im Vorfeld der Delegationsreise (bestehend aus Jugend- und Studierendenverband) nach Venezuela aufgekommen ist. Neben der Frage in welcher Art und Weise eigentlich die Auswahl der Reiseteilnehmer stattgefunden hatte, war für mich bis zuletzt nie die Frage geklärt worden auf welcher (Beschluss-) Grundlage die Finanzierung der Reise durch den BundessprecherInnenrat (BSpR) der Linksjugend [‘solid] erfolgte. Mir ist das bis heute nicht klar, dass scheint wohl aber auch niemanden im neuen BSpR zu interessieren. Die Planung von Winkelementen scheint wohl derzeit spannender zu sein. Ehrlich gesagt weiß aber zur Zeit niemand, was der BSpR eigentlich gerade macht. Ein Protokoll der letzten Sitzung wurde bis heute leider nicht “Mitgliederöffentlich” gemacht.

Ausführlich wird in der Sonderausgabe des Massenblattes “dielinke.campus” auch über den bevorstehenden 68’er Kongress des Studierenden- und Jugendverbandes berichtetet. Dazu aber demnächst mehr auf der Site des BAK Shalom.

5 Replies to “Chavez-Hysterie erreicht peinlichen Höhepunkt”

  1. Hmmm…

    ich hab mir den Link zum Artikel in der Campus Zeitung angeschaut und den Artikel gelesen. Alles sehr interessant, nur: Wie ein Loblied auf den “großen Staatsmann Chavez und seine knorke Politik” liest sich das überhaupt nicht. Das liest sich eher an wie ein Loblied auf die “knorke Politik” der Beschäftigten von “Sanitarios Maracay”, die schwer zu kämpfen haben mit der Trägheit des venezolanischen Staates.
    Es heißt wörtlich im Artikel “Nach Aussage der Arbeiter wurden ihre Vorhaben hauptsächlich von Bürokraten im Staatsapparat und dem Arbeitsminister boykottiert. Deshalb kritisieren sie stark die dortige Korruption.”

    Lieber Benni, hast du diesen Artikel eigentlich gelesen oder hast du vielleicht den Link verwechselt?

    In freudiger Erwartung auf Aufkunft,
    Dein Dr. Zipfelzapfel

  2. Hallo “Dr. Zipfelapfel”,
    natürlich ist mittlerweile auch dem SDS bekannt, dass es innerhalb der LINKE zunehmend auch Kritik an Chavez gibt. Dahingehend ist es nicht verwunderlich das ein Alibi-Artikel an das Loblied auf Seite 12 rangehängt wurde.

    Allein die Ansage: “nicht nur die Vorzeigeprojekte der Regierung anzuschauen” und sich dann von der Armee durchs Land fliegen zu lassen, scheint ja anscheinend keinerlei Widersprüche zu ergeben. Ein echter Witz.

    “Schnell wurde bei unserer Reise deutlich, dass die deutschen Medien Chávez zu Unrecht als Diktator darstellen. Nirgendwo hatten wir das Gefühl, dass sich die Menschen nicht trauen würden, ihre Meinung zur Regierung frei zu äußern.”

    Klar, wenn ich mit der Armee im Rücken durch das Land marschiere finden mich bestimmt auch alle super. Zudem: warum wird eigentlich betont, dass niemand Angst hätte seine Meinung zu sagen? Ich dachte das wäre ein Grundelement der Demokratie? Unter Chavez ist wohl auch das eine Errungenschaft.

    Alleine dass in Sachen Chavez überhaupt nicht reflektiert wird in welcher Art und Weise die Debatte geführt wird ist unglaublich. In jedem zweiten Satz wird völlig problemlos von der logistischen Unterstützung durch das Militär und sonstiges berichtet, hier mal ein Bild vor der “Präsidentenmaschine”, hier mal ein Flug mit dem Helikopter “Typ SuperPuma (beschützt von der präsidialen Eliteeinheit Kobra). Das ist einfach nur pervers!

  3. Naja, der eine holt sich einen auf Israel runter und der andere feiert kritiklos Chavez ab. Unterschiede sind: von der ersten Kategorie gibts ein paar mehr, von der zweiten weniger, auch wenn der Krüger das nicht glauben mag. Aber was nicht ist, kann man sich immer noch selbst suggerieren. Und der zweite Unterschied: Der erste liebt ein Land und seine Regierung, das täglich mordet und über ne Millionen Menschen vertrieben hat und zusäzlich ab und an einen Nachbarn überfällt. Das zweite Land, Venezuela, und sein Chavez, liefert Öl an die Armen, protestiert gegen Kriege und lässt seine Nachbarn in Ruhe. Also, Benni, da haste dir echt die Gute Siete ausgesucht. Be a good Racist – support Israel!

  4. Lieber Berliner (schade das Du Dich nicht traust mir deinem Namen zu schreiben), na solche Aussagen bestärken mich ja noch mal in meiner Haltung. Danke.

  5. Pingback: sanitarios maracay

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