Mahnwache nach rassistischem Mord in Marzahn

Wann & Wo: 10. August, 15:00 Uhr, Helene-Weigel-Platz (S-Bhf. Springfuhl)

Hintergrundinfos:

Presserklärung von Björn Tielebein (DIE LINKE. Marzahn-Hellersdorf)

Wir trauern um einen dem Hass zum Opfer gefallenen Mitbürger

Zum Mord an einem unserer vietnamesischen Mitbürger in Marzahn erklärt der stellvertretende Bezirksvorsitzende der Partei DIE LINKE. Marzahn-Hellersdorf und Bezirksverordnete Bjoern Tielebein:

Mit tiefem Entsetzen mussten wir heute zur Kenntnis nehmen, dass einer unserer Mitbürger am frühen Vormittag vor einer Kaufhalle in Marzahn durch einen 35-jährigen Mann mit einem Messer lebensgefährlich verwundet wurde und an seinen Verletzungen starb.

Unsere Anteilnahme gilt jetzt den Hinterbliebenen des Opfers. Sie müssen jede Hilfe erhalten mit dieser Situation fertig zu werden, auch wenn dies angesichts dieses Mordes fast unmöglich ist.

Ersten Berichten zufolge, wonach es sich um eine Tat möglicherweise latent fremdenfeindlicher Selbstjustiz gegen „Zigarettenhändler“ gehandelt haben soll, müssen jetzt dringend genauer überprüft werden. Stigmatisierungen gegen Menschen mit Migrationshintergrund, die aufgrund
ihres sozialen und rechtlichen Status in Deutschland nicht in Würde leben können, führen zu Hass und nunmehr offenbar auch letztlich zu tödlicher Gewalt gegen unsere Mitmenschen.

Unabhängig des Hintergrundes der Tat, ist es ein entsetzliches Verbrechen.

Nichts kann rechtfertigen, das Recht eines jeden Einzelnen auf körperliche Unversehrtheit zu beeinträchtigen, geschweige denn mit einem Messer jemanden derart zu verletzten und letztlich zu ermorden.

Gemeinsam mit den Angehörigen sollten wir um einen dem Hass zum Opfer gefallenen Mitbürger trauern.

Ich rufe die Mitglieder und SympathisantInnen der LINKEN in Marzahn-Hellersdorf und im Land sowie die BürgerInnen dazu auf, sich an Gedenkveranstaltungen für den Ermordeten zu beteiligen.

Am kommenden Sonntag, den 10. August 2008 ist ab 15 Uhr von BürgerInnen des Bezirkes eine Gedenkveranstaltung auf dem Helene-Weigel-Platz mit anschließendem Trauermarsch zum Tatort geplant.

Berlin, 06. August 2008

Mitteilung des [ABM] – Antifaschistisches Bündnis Marzahn-Hellersdorf

2 Replies to “Mahnwache nach rassistischem Mord in Marzahn”

  1. “Den Hass zum Opfer gefallen” gefällt vielleicht dem Feuilleton, aber es ist eine Entpersonalisierung, in der einer Sache wie dem “Hass” eine Eigendynamik zugeschrieben wird. Das ist Bullshit. Ein Rassist hat einen Menschen ermordet, es gibt Täter und Opfer, es gibt ein Motiv, das von Staats wegen verstärkt wird. Warum also solch eine Anonymisierung? Besonders Herr Tielebein scheint sich darin sehr zu gefallen. Wie wär´s mit Solidarität statt Betroffenheit, mit Kampf statt Trauer mit Benennung von Roß und Reiter statt parteipolitischem Pressemitteilungsgelaber? “Möglicherweise latent fremdenfeindliche Selbstjustiz”, also echt mal, hat da jemand Schiß vor der CDU oder warum macht er sich beim Schreiben der itteilung in die Hose?

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