Homophobe Einstellungen effektiv bekämpfen. Vorurteile abbauen.

Pressemitteilung | Landesarbeitsgemeinschaft Queer Berlin-Brandenburg der DIE LINKE | 27.11.2008

Zur aktuellen Diskussion homophober Überfälle in Berlin erklärt Benjamin Krüger, Sprecher der LAG Queer Berlin-Brandenburg:

„Es ist gut, dass Homophobie durch die aktuelle Diskussion endlich wieder als Problem wahrgenommen wird. Dem Problem wird man aber nicht gerecht, indem die Gründe dafür lediglich im Migrationshintergrund und der Religion gesucht werden.
Homophobie ist in der Mitte der Gesellschaft verankert und durch patriarchale Herrschaftsstrukturen geprägt, also ein schichten- und milieuübergreifendes Phänomen.

Dass dies keine spezifische Erscheinung der türkischen und arabischen Kultur oder muslimischer Religion ist, zeigt sich auch in Zahlen. So finden auch über 50% der Jungen mit deutschsprachiger Herkunft sich küssende Männer abstoßend (vgl. sog. „Simon-Studie”).
Selbst eine Volkspartei, wie die CDU, lehnt eine rechtliche Gleichstellung homosexueller Paare mit heterosexuellen Ehen ab und rechtfertigt Diskriminierungen daher aus der Mitte der Gesellschaft heraus.

DIE LINKE.Queer Berlin-Brandenburg fordert:

1. Opferberatungsstellen, soziale Initiativen und MigrantInnengruppen müssen stärker gefördert werden.
2. Über stärkere Zusammenarbeit mit Initiativen gegen Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Sexismus muss ein soziales Netz geschaffen werden, dass bis zu den Schulhöfen reicht und Homosexuelle vor Ort nicht allein lässt.
3. Wir benötigen eine Intensivierung des interkulturellen Dialogs im Hinblick auf die sexuelle Vielfalt, gerade dies ist die Herausforderung für die Mehrheitsgesellschaft. Markige Worte und Abgrenzung sind kurz gedachte Reflexe. Aber sie sind kontraproduktiv, da sie den Dialog belasten, statt ihn zu fördern. Eine Freund-Feind-Logik kann die gesellschaftlichen Vorurteilstrukturen nicht beheben.
4. Kontakte und Dialoge zwischen Homo- und Heterosexuellen müssen gestärkt werden, unterstützt von qualifizierter Betreuung und dem Ausbau von Fortbildungsprogrammen für Lehrer. innen. Hierfür gibt es bereits gute Ansätze wie z.B. die Respect-Games des LSVD-Berlins, doch diese Arbeit wird gerade durch Konfrontation statt Dialog gefährdet.

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In diesem Zusammenhang:

Berlin sichert Aids-Versorgung | PM | 27.11.2008 | Linksfraktion Berlin

Homophobie: “Kein Staat nimmt uns den Kampf ab” | klauslederer.de | 17.11.2008

PM Welt-Aids Tag 2008 | Senatorin Katrin Lompscher | 28.11.2008

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