“Zentralorgan des linken Antisemitismus”

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Soll Charlotte Knobloch Deutschland verlassen?
von Jörg Fischer-Aharon

In der “jungen Welt” fallen die allerletzten Hüllen

Nach dem Pseudo-Rücktritt von Hermann Dierkes als Duisburger OB-Kandidat und Fraktionschef der “Linken”, lässt die Tageszeitung “junge Welt” ihre letzte taktische Zurückhaltung fallen und startet eine antisemitische Kampagne.

Die Empörung war groß – vom Zentralrat der Juden in Deutschland über demokratische Parteien bis hin zu Kirchen erntete Hermann Dierkes scharfe Angriffe für seine antiisraelischen Hetztiraden und seinem Boykottaufruf gegen Israel. Nachdem der öffentliche Druck immer stärker wurde, kam es auch aus den Reihen der “Linkspartei”, der Dierkes angehört, zu deutlicher Kritik – wenn auch nur von einigen Spitzenfunktionären in Berlin.

Vor Ort, in seinem Duisburger Kreisverband, im linksextremistischen Milieu der Ruhpottstadt und im Landesverband NRW hingegen, scheint in erster Linie Unterstützung und “Solidarität” mit Dierkes vorzuherrschen.

Mit einem Pseudo-Rücktritt will der Lokalpolitiker nun die Wogen glätten und sich selber als “Opfer” einer “Rufmordkampagne” dunkler Kreise gerieren.

Zurückgetreten ist der gewiefte Agitator indes nur als Oberbürgermeister-Kandidat und Vorsitzender der Fraktion seiner Partei im Duisburger Stadtrat. Die laufende Wahlperiode endet im September, da Ende August die Kommunalwahlen in NRW stattfinden.

Und auch seine OB-Kandidatur war eine reine “Zählkandidatur”, da er keine Chancen hatte und hat, tatsächlich die Wahlen zu gewinnen. Wie am Freitag die Geschäftstelle der Fraktion der “Linken” im Duisburger Stadtrat auf telefonische Nachfrage bestätigte, wird Dierkes im August bei den Wahlen zum Duisburger Stadtrat kandidieren – auf dem als sicher geltenden Listenplatz 2 seiner Partei. Und es wäre nicht wirklich überraschend, wenn er dann auch wieder als Fraktionsvorsitzender kandidiert.

Und, wie man das schon oft erleben konnte, entgegnet auch Dierkes in einem “Offenen Brief” dem Vorwurf, er sei Antisemit, mit dem Hinweis auf Juden, die in seinem Leben eine Rolle gespielt hätten.

Neben den Opfern der Shoah, die er für sich instrumentalisieren will, verweist er auf “Lehrer, die Juden waren” – damit meint er seine “politischen Lehrer” und nennt Ernest Mandel und Jakob Monete, zwei Chefideologen der trotzkistisch-kommunistischen Dachorganisation “Vereinigtes Sekretariat der IV. Internationale”, eine von mehreren in Konkurrenz zueinander stehenden trotzkistischen “Internationalen”, zu der sich in Deutschland die “internationale sozialistische linke” (isl) und der “Revolutionär-Sozialistische Bund” (RSB) zugehörig fühlen.

Nach dem vermeintlichen “Sturz” von Dierkes setzte nunmehr insbesondere in der Tageszeitung “junge Welt”, die schon lange den Ruf hat, das (un)heimliche Zentralorgan des linken Antisemitismus zu sein, eine Kampagne ein, die ihre bisherigen Kampagnen gegen Juden und gegen Israel in den Schatten stellt.

Die letzten, taktisch motivierten Hemmungen scheinen gefallen zu sein. Und natürlich bedient man sich auch auf der linken Seite am liebsten eines Alibi-Juden – in diesem Fall einer Alibi-Jüdin – um so richtig loslegen zu können. Die Rolle, die der Sohn von Yehudi Menuhin als Kolumnist bei der braunen “National-Zeitung” spielt, füllt Evelyn Hecht-Galinski bei der roten “jungen Welt” aus.

In der Ausgabe vom 27.02. erscheint in der “jungen Welt” ein Interview mit Hecht-Galinski unter dem Titel: “Ich rufe schon seit langem zum Boykott auf”. Hecht-Galinski, die nicht müde wird, bei jeder passenden, vor allem aber bei jeder unpassenden Gelegenheit darauf hinzuweisen, dass sie die Tochter ihres Vaters, des früheren Präsidenten des Zentralrats der Juden in Deutschland, Heinz Galinski, ist, sondert in diesem Interview ihre üblichen anti-israelischen Tiraden ab.

Die Kernaussage kommt am Ende des Interviews, als Schlusswort: “Als mein Vater noch Vorsitzender war, war der ZdJ die Vertretung der Juden in Deutschland. Heute ist er Sprachrohr der israelischen Regierung. Seine heutige Präsidentin, Charlotte Knobloch, befindet sich nach eigenen Worten geistig schon seit langem in Israel. Sie sollte auch ihren Körper dorthin transferieren.”

Noch liest man in der “jungen Welt” nicht “Juden raus aus Deutschland”, aber in Bezug auf israelsolidarische Juden heisst es schon, diese sollten “ihren Körper dorthin transferieren.”

Einen Tag später, in der Ausgabe vom 28.02., darf dann der sattsam bekannte Werner Pirker so richtig losgoebbeln. Zunächst beginnt der jW-Autor mit einer versuchten Verharmlosung von Dierkes Boykott-Aufruf: “Hermann Dierkes, OB-Kandidat der Linken in Duisburg, hatte auf einer Palästina-Veranstaltung eigentlich nur die Position des Weltsozialforums im brasilianischen Belém angesichts der israelischen Massaker in Gaza zur Kenntnis bringen wollen. Dort war ein Boykott israelischer Waren als ein mögliches Mittel zur Aggressionsbekämpfung genannt worden.”

In der Diktion der “National-Zeitung” raunt Pirker dann weiter: “Wer in Deutschland einen Handelsboykott gegen Israel fordert, kann sicher sein, daß ihm der Subtext »Kauft nicht bei Juden« unterschoben wird.

Es ist zudem nur noch eine Frage der Zeit, bis sich der Richterstuhl der politischen Korrektheit in ein ordentliches Gericht verwandelt, in dem Boykottaufrufe gegen die nahöstlichen Kriegstreiber unter der Anklage der Volksverhetzung stehen.”

Nach Piusbruderschafts-Bischof Williamson, dem Ex-Bundestagsabgeordneten Hohmann, der geschassten NDR-Moderatorin Eva Hermanns und dem jetzt zu 6 Jahren verurteilten Holocaust-Leugner Horst Mahler wird der Nächste als “Märtyrrer” und “Opfer” einer geheimnisvollen “Mafia” aufgebaut, die so allmächtig ist, dass sie die Justiz kontrolliert und die “Meinungsfreiheit” einschränken kann.

Für Pirker ist das Feindbild klar, steht fest, wer die “Ausführenden” der “Verschwörung” sind: “Die Unkultur der »Antideutschen« ist mittlerweile zur deutschen Leitkultur aufgestiegen.

Besonders exzessiv wird sie in Teilen der Linkspartei gepflegt.

Davon zeugt nicht nur die prozionistische pressure group »BAK Shalom«, die bei der Entlarvung von Antizionismus und Antiamerikanismus den denunziatorischen Eifer von Blockwarten der westlichen Wertegemeinschaft an den Tag legt. Ganz im antideutschen Debattenstil erfolgten auch die gegen Dierkes gerichteten Angriffe diverser Linkspolitiker in Nordrhein-Westfalen.

Günter Will aus Gelsenkirchen warf ihm vor, »antijüdische Bestrebungen« zu schüren. Und Anna Lena Orlowski sprach von »antisemitischen Äußerungen, die ihm voll bewußt waren«.” Zu schlechterletzt attesiert Pirker, Dierkes könne, wenn er in einem zivilisierten Land leben würde, diejenigen verklagen, die ihn wagen zu kritisieren. Ob dem jW-Autor dabei soetwas wie ein “roter Volksgerichtshof” vorschwebt, ist dem Artikel indes nicht zu entnehmen – noch nicht.

(Quelle: “die jüdische”, 09.03.2009)

4 Replies to ““Zentralorgan des linken Antisemitismus””

  1. Gähnnnn. Selten so ne billige Polemik gelesen.Ein typischer Jörg Fischer (Ex-NPD,Ex-DVU,Ex-DLVH,Ex-Bda,Ex-PDS,Ex-SAV,Ex-WASG) eben.

  2. An Argumenten herrscht kein Mangel, nur ist diese Seite dafür bekannt, dass mit dem Betreiber es sich nicht diskutieren lässt. Bestenfalls verweist der Herr Krüger auf irgendwelche (Fremd)Texte um seine Meinung zu untermauern.
    Zum Thema Israelboykott und Chavez-Wahl stellte ich ihnen Fragen. Sie Herr Krüger hielten es nicht für nötig darauf zu reagieren (oder waren warum auch immer nicht dazu in der Lage).
    Ich bin nicht nur jederzeit bereit zur Diskussion, sondern auch noch fähig diese zu führen.

  3. in beiden fällen habe ich ausreichend geantwortet. ich mach es mir wirklich nicht zur aufgabe, mit leuten, welche ihre identität nicht preisgeben, endlos zu diskutieren. ich habe keine ahnung, wer du / sie sind und dafür ist mir meine zeit einfach zu schade. pech gehabt.

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