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Chavez und die iranische Diktatur

Sonntag, August 31st, 2008

Wie die Jüdische Allgemeine in ihrer Ausgabe vom 21. August berichtete, kam es Mitte August zu einem Treffen zwischen Hugo Chavez und Vertretern der Jüdischen Gemeinde in Venezuela.

Nun ist das Verhältnis der Jüdischen Gemeinde in Lateinamerika und dem Präsidenten von Venezuela kein einfaches, vor allem nach seinem Besuch beim iranischen Präsidenten Ahmadinedjad und der Abberufung des venezolanischen Botschafters aus Israel während des Libanon-Krieges 2006 (die “junge Welt” sprach in diesem Zusammenhang, in alter anti-israelischer Propaganda, von “Völkermord” [Link]).

So ist das Treffen mit Vertretern der Jüdischen Gemeinde um so erstaunlicher – insbesondere die Aussage Chavez’, dass er die Existenz Israels uneingeschränkt teilt, unterscheidet ihn doch klar von den Zielen und Vorhaben der Mullahs in Teheran. Nur widerspricht dies der Politik Venezuelas, beispielsweise damit zu drohen, dass der Ölpreis auf 200 Dollar steigt, wenn die USA den Iran oder eben Venezuela angreifen [Link], sich mit der Terrororganisation Hisbollah zu solidarisieren [Link], enge Wirtschaftsbeziehungen mit dem Iran aufzubauen [Link] oder im konkreten Fall zu verhindern, dass sich der UN-Sicherheitsrat mit dem iranischen Atomprogramm beschäftigt [Link].

Es bleibt daher abzuwarten, wie genau Chavez es mit seiner Solidarität nimmt. So sind gerade die wirtschaftlichen Beziehungen Venezuelas mit dem Iran ein wichtiger Eckpfeiler im iranischen Atomprogramm. Schließlich besitzt Venezuela – als ein erfolgreicher Erdöl-Exporteur und Kraftstoff-Produzent – das nötige Wissen und Know-how, um den maroden Energiesektor des Irans zu modernisieren. Denn solange immer noch 40 % des iranischen Energiebedarfs durch das Ausland gedeckt werden müssen, bedeutet dies eine empfindliche Stelle im iranischen Streben nach der Atombombe. Als im Sommer 2007 der Sprit im Iran knapp wurde, zeigte sich, in welcher Instabilität sich das Land und damit die Macht der Mullahs befindet [Link].

Genau hier besteht aber ein möglicher Ansatzpunkt für einen nicht-millitärischen Sturz des Regimes, weshalb eine Kritik an der Zusammenarbeit auch deutscher Wirtschaftsunternehmen mit dem Iran in bestimmten Bereichen [Link] richtig und von einer emanzipatorischen Linke zu unterstützen ist, anstatt sich mit dem Regime zu solidarisieren [Link].


07.05.2010 | "Mut zur Reform!" | fds-Position zum Parteiprogramm-Entwurf der LINKE | [Link]

Fernsehtipp: "Israel in den Medien"
[1v2]
[2v2]


Lesetipp: "Haben palästinensische Flüchtlinge ein Anrecht auf Rückkehr nach Israel?"
[Link]






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